Das 58. Deutschen Mozartfest in der Deutschen Mozartstadt Augsburg


Internationales Staraufgebot aus Salzburg, Prag und Wien

Drei Lebensstationen und die damit verbundenen Schaffensphasen von Wolfgang Amadé Mozart standen im Mittelpunkt des diesjährigen 58. Deutschen Mozartfests. Thomas Weitzel, Kulturamt der Stadt Augsburg, hatte renommierte Ensembles aus den Mozartstädten Salzburg, Prag und Wien in die Deutsche Mozartstadt geladen, die in den zwei Wochen des Festivals einen Bogen vom Frühwerk des Musikgenies, über die Zeit seiner größten Erfolge, die er in der tschechischen Hauptstadt feierte bis zu seinen reifen Kompositionen, die in Wien entstanden.

Je eine große Orchesterformation und ein Kammermusikensemble boten Mozart-Werke und Kompositionen seiner Zeitgenossen, die in Salzburg, Prag und Wien entstanden waren. Aus dem frühen Schaffen Mozarts zitierten "mit olympischer Meisterschaft" (Augsburger Allgemeine) das Mozarteum Orchester Salzburg unter der Leitung des Wiener Stardirigenten und Klaviervirtuosen Stefan Vladar sowie das Mozarteum Quartett Salzburg. Mit diesem kam auch die musikalische Moderne im Festival zur Geltung. Als Auftragskomposition hatte Helmut Schmidinger "Zyklen für Streichquartett" zum Festivalprogramm beigesteuert, "mit gleichmäßig ausgefeilter Motivarbeit und starkem Formzugriff" und einer kraftvollen Steigerung in "kaskadenhafte Ausbrüche in ein furioses Finale hinein - souverän bewältigt vom Mozarteum Quartett", wie die Süddeutschen Zeitung urteilte. Auch das Wiener Altenberg Trio stellte mit Werken Mozarts eine neue Komposition aus Österreich vor und präsentierte die Deutsche Erstaufführung eines Trios von Friedrich Cerha. Zusammen mit der Solistin Karen Fergurson (Sopran) brachte das Prager Kammerorchester unter anderem Auszüge aus "La Clemenza di Tito" zum Mozartfest in Augsburg mit. Wie die Kammermusik, die Mozart in seiner Prager Zeit schrieb, so präsentierte sich auch das Zemlinsky Quartett mit Jan Mach (Klarinette) und Josef Kluson (Viola) "natürlich, jugendfrisch und beseelt" und "brachte als schönstes Prager Gastgeschenk - ein Schuss übermütiges Musikantentum" in die Deutsche Mozartstadt (Augsburger Allgemeine). Alle drei Kammerkonzerte wurden vom Bayerischen Rundfunk aufgezeichnet und werden Anfang Juli in der Reihe "Festspielzeit" von Bayern 4 Klassik ausgestrahlt (Sendetermine 06., 08., 10. Juli 2009). Deutschlandradio Kultur hatte das Konzert des Mozarteum Orchester Salzburg live aus dem Kleinen Goldenen Saal in Augsburg bundesweit übertragen.

Für die Mitglieder des Beirats der Vereinigung "Europäische Mozart Wege" bot das 58. Deutschen Mozartfest mit seinem Konzertprogramm den musikalisch höchst anspruchsvollen Rahmen für eine zweitägige Arbeitssitzung. Zu dem internationalen Treffen begrüßte Festivalleiter Thomas Weitzel vom Kulturamt der Stadt Augsburg die Präsidentin Europäische Mozart Wege, Dr. Maria Majno und Prof. Dr. Raffaele Mellace (beide aus Mailand) sowie Dr. Cliff Eisen (King's College London), Prof. Dr. Angela Romagnoli (Univ. Cremona und Festival Mozart Rovereto), Dr. Anja Morgenstern (Stiftung Mozarteum in Salzburg) und Dr. Karl Böhmer (Villa Musica Mainz). Im Mittelpunkt der Gespräche in der Beiratssitzung stand die kontinuierliche, weiterführende Zusammenarbeit der Vereinigung "Europäische Mozart Wege" im Augsburger Mozartfest 2010 (7. bis 16. Mai 2010), das aus EU-Mitteln gefördert wird.

Dr. Maria Majno, Präsidentin Europäische Mozart Wege, zeigte sich angetan von der Zusammenkunft in Augsburg: "As President of the Mozart Ways, I am very happy to express our most positive impression about the perspectives which have been concretely outlined in the first Committee meeting hosted in Augsburg. We very much look forward to pursuing this cooperation in such a productive context, where the very high level of music programming and presentation is closely combined with the inspiring presence of cultural history."

Ebenfalls in Kooperation mit der Vereinigung "Europäische Mozart Wege" veranstaltete die Mozartstadt Augsburg im Rahmen des 58. Deutschen Mozartfests ein Symposium "Musiker auf Reisen" mit ausgewiesenen internationalen Fachwissenschaftlern. Prof. Dr. Ulrich Konrad, Leibnizpreisträger und Musikwissenschaftler an der Universität Würzburg, hielt hierbei den Festvortrag über die Kulturtechnik des Reisens vom späten 16. bis ins späte 18. Jahrhundert, wie sie von den Musikern und insbesondere Komponisten dieser Zeit gepflegt wurde.

www.mozartstadt.de