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25. Mozart-Musizierwoche 2002
Presse-Spiegel zur 25.Mozart-Musizierwoche: Professor Dr. Friedhelm Brusniak sprach auf Frauenchiemsee zur Eröffnung der 25. Musizierwoche der Deutschen Mozart-Gesellschaft. Erstmals fand sie nicht in Augsburg statt; und man hatte die Seminarräume innerhalb der Klostermauern der Abtei Frauenwörth im Chiemsee zur Verfügung gestellt bekommen. Die Jubiläumsveranstaltung ließ etwas Besonderes erwarten und Präsident Brusniak kündigte dies auch in seiner Eröffnungsrede an. Es war die Rede von einer Umbruchsituation und dass man neugierig sein müsse auf das, was man noch nicht kenne, und offen für Experimente und neue Ideen. Mozart sei zur Symbolfigur für Musik schlechthin geworden; und das Offensein bedeute auch, dass man nicht Mauern aufrichten soll zwischen einzelnen Musikarten, sehr wohl aber lernen müsse, zwischen guter und weniger guter Musik zu unterscheiden. Der Mensch könne der Geschichte nicht entgehen, sei verwurzelt in der alten und gestalte in der flüchtigen Gegenwart die neue. Der Festredner zeigte sich erfreut, dass eine neue Gruppe von Dozenten gekommen war.Das Eingebundensein zwischen alter und neuer Musik wurde bei dieser Eröffnungsfeier klanglich wahrnehmbar gemacht.Im musikalischen Auftakt war als Bearbeitung für zwei Konzertflöten ein Mozart´sches Rondo aus einer seiner Klaviersonaten zu hören, von zwei jungen Damen anmutig dargeboten. Demgegenüber stellte sich am Schluss Professor Bernd Kremling als der Künstlerische Leiter der Musizierwoche vor und gab als Experte für Percussion eine Kostprobe für Musik auf kleinen Trommeln,die abgestimmt waren und somit fähig, Klänge und kurze Melodien zu bilden, fürwahr eine neue Art, kontrapunktische Begleitfunktionen zu übernehmen. So wurde man in der tat neugierig gemacht, was er und seine Dozentenkollegen anderentags in ihrem Eröffnungskonzert vorführen würden. Von Ferdinand Mahl Es war schon erstaunlich, welch stattliches Programm in nur fünf Übungstagen zustande gekommen war. Über 40 Teilnehmer teilten sich, im Zusammenwirken mit den Dozenten, als gemischter Chor, Solisten und Kammermusikgruppen in die abwechslungsreiche Vortragsfolge. Was Klangkultur eines Chors bedeutet, führte der Kirchenmusiker Christoph Krückl vor, der schon beim Eröffnungskonzert in der Frauenwörther Abteikirche als Orgelsolist Aufsehen erregt hatte. Engagement und Vertrautheit mehrstimmigen Singen hatten die vielen Teilnehmer gewiss mitgebracht; und der Lobgesang "An die Musik" von Max Bruch (1838 bis 1920) bot, im froh bewegten, kultivierten Vortrag, die rechte und feinsinnige Einstimmung. Dem Strophenlied mit deutschem Text folgte aus Mozarts "Missa Solemnis, KV 337" das Kyrie und Sanctus mit Flöten (statt Oboen), Pauken und Trompeten in der klangfreudigen, sachkundig umgebauten Aula auf Frauenchiemsee von festlicher Wirkung, dem Kirchenkomponisten Mozart verpflichtet und gleichzeitig vornehme Dankesbezeugung für die klösterliche Gastfreundschaft. Der ernste und ebenso heitere Mozart offenbarte sich im weiteren Verlauf instrumental und vokal, mit Werken des Klassikers, seiner Zeitgenossen und gerade so in modern-zeitgenössischen Beiträgen. Aus dem bekanntesten von Mozarts 1775 in Salzburg komponierten fünf Violinkonzerten hatte man das letzte, in A-Dur, gewählt und davon zwei Sätze zum Vortrag bestimmt.Darin teilten sich zwei gewandte Solistinnen aus Korea und bildeten mit "Adagio und Rondeau" ein "Konzert im Konzert" ,vorbereitet vom Dozenten für Violine Jürgen Schwab aus Würzburg, der auch Mozarts "kleines Konzertorchester" dirigiert hat. Dieses bot, mit Flöten statt Oboen, nur einem Waldhorn und Streichern ohne Kontrabass, einen aparten Begleit-part. Zuvor war Kammermusik erklungen, so der erste Satz aus Mozarts Flötenquartett in C, der Solopart souverän geboten von einer Meisterschülerin der Dozentin Ruth Wentorf, die auch das Streichtrio sorgfältig einstudiert hatte. Eine kuriose Besetzung bot das Trio "Souvenier du Rigl" des Flötenvirtuosen Albert Franz Doppler (1821 bis 1883), für Horn, Klavier, Flöte und Glöckchen.Der Hornist, Amateur wie auch der Pianist, hatte den weitesten Anreiseweg, kam aus Ankara, wo er das Goethe-Institut geleitet hat. Den Flötenpart hatte die andere Meisterstudentin übernommen. Berthold Hummels "In memoriam Benjamin Britten" führte die zahlreich erschienenen Zuhörer zur Musik der Gegenwart. Hier sorgte Chormeister Krückl für Vitalität und fröhliche Stimmung, polyglott, gesungen, geklatscht und gesteppt, doch stets im Rahmen des Gekonnten und Musikantischen. Zugaben und Beifall bestätigten, dass das Schlusskonzert - trotz seiner erstaunlich vielen Beiträge - sehr kurzweilig war und den Beweis lieferte, wie gut diese 25. Musizierwoche der Deutschen Mozart-Gesellschaft gelungen war, nicht zuletzt durch die Organisationsarbeit und den Einsatz von Klara Ostern, der Vorsitzenden der Mozartgemeinde Südostbayern.
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