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31. Mozart-Musizierwoche 2008 Kloster Baumburg 19. – 25. Mai
Nachbetrachtung von Jakob Schmidt.
Nach dem letztjährigen großen Erfolg der Mozart-Musizierwoche mit über 70 Teilnehmer, 8 Dozenten und hungrige Begeisterung auch noch am letzten Tag, war es der Wunsch des Präsidiums der DMG, Wolfgang Amadé Mozart ab 2008 wieder mehr in den Mittelpunkt des Kursprogramms zu stellen. Die Tatsache, dass wir 2008 die gewohnten Räumlichkeiten in der MusikAkademie Schloss Alteglofsheim nicht zur Verfügung hatten, stellte sich als sehr arbeitsaufwendig dar, musste doch ein Haus mit mindestens 12 Seminar-Räumen und einer großer Anzahl an Einzelzimmern gefunden werden. Außerdem musste das Haus auch noch in den uns abgesteckten finanziellen Rahmen passen. Mit nur 24 Teilnehmern, mit einbegriffen diejenigen, die mit einem Stipendium gefördert wurden, sollte der Kurs nach Absprache mit dem Präsidium unbedingt stattfinden.
Nach organisatorischen Schwierigkeiten in den letzten Tagen vor Beginn des Kurses, krankheitsbedingte Absagen von Teilnehmern und Dozenten, begann die 31. Mozart-Musizierwoche mit Spannung, Sorge und Vorfreude. Die „Baumburg“ unter der Leitung der Familie Binkert erwies sich als ideale „Location“. Wir konnten ganz nach unseren Bedürfnissen arbeiten, es gab keine bürokratischen Anweisungen, wie wir uns zu verhalten hätten, die Essenszeiten wurden unseren Planungen entsprechend terminiert, wir konnten Räume benutzen, so wie wir sie nötig hatten, und dank des Einsatzes von Frau Löder hatte wir 3 Klaviere und einen Flügel und somit nirgends irgendwelche Engpässe.
Frau Professor Mokrosch (Klavier) und Frau Westermeier (Flöte) kannten wir aus den vergangenen Jahren, sie arbeiteten mit den Teilnehmern phantasievoll, mit viel Sensibilität und großem professionellem Wissen. Neu dabei waren Frau Ulla Baur (Violine) aus München und Herr Zoltan Kovacs (Klarinette) von der Musikhochschule Trossingen. Die beiden fügten sich hervorragend in unser Dozenten-Team und konnten mit ihrer Fachkompetenz und ihrem Einfühlungsvermögen alle begeistern und überzeugen.
Bestechend war die gute Laune unter allen Anwesenden dieses Kurses; es wurde sehr viel gelacht und jedes noch so schwierige Hindernis mit Humor bewältigt. Mit organisatorischen Kunstgriffen gelang es die Teilnehmer zu aller Zufriedenheit zu Ensembles zusammenzustellen, die alle auf hohem Niveau miteinander musizierten.
Unser Kindertrio erarbeitete beeindruckend neben einem Haydn-Divertimento die sehr anspruchsvollen, gerade neu als Streichtrio erschienenen dreistimmigen Inventionen von J.S. Bach. Es wurde das Schubert C-Dur Streichquintett geprobt, wie auch eine Brahms e-moll-Cello-Sonate, ein Beethoven-Trio oder eine Tarantella für Flöte, Klarinette und Klavier von Camille Saint Saens. Der Schwerpunkt lag dieses Jahr wie vom Präsidium der DMG gewünscht - bei Werken von W.A. Mozart. Ein Klarinetten-Quintett war ganz hervorragend besetzt, diverse Klaviertrios, Streichquartette, aber auch die Sonate für Fagott und Violoncello, KV 292.
Es gab Formationen, in denen sich sehr gute Instrumentalisten vereinten, in denen sich Jugendliche bzw. Kinder trafen, aber eben auch - und das zeichnet die Mozart-Musizier- Woche aus - die Kombination von Jung und Alt. Dieses Projekt erweist sich als sehr positiv und war dieses Jahr wesentlich besser als in der Vergangenheit, was sicherlich auch auf die Räumlichkeiten zurückführen ist. Die Teilnehmer hatten in diesem Jahr mehr die Möglichkeit, sich auch außerhalb der Musizierzeiten zu begegnen. So konnten Barrieren beider Seiten bei Kaffee und Kuchen oder einem Kartenspiel abgebaut werden.
Man stelle sich bitte nicht vor, hier würden so einfach verschiedene Generationen durcheinander gewürfelt. Die Gestaltung von Jung und Alt obliegt einem genau durchdachten Konzept, in dem das Musizieren und das zu erwartende Leistungsvermögen der Einzelnen im Vorfeld in Parameter zerlegt wird, und unter instrumental technischen, sozialen und musischen Gesichtspunkten anschließend versucht wird, diejenigen zusammen zu bringen, die sich ergänzen und inspirieren. Dabei gilt es oft auch Barrieren verschiedenster Art zu überwinden. Der Sensibilität unserer Dozenten ist es zu verdanken, dass dies so gut umgesetzt wurde. Diese Idee des Kurses sollte vielmehr ins Rampenlicht gestellt werden und seitens Vermögender finanziell unterstützt und gefördert werden.
In der zweiten Wochenhälfte gab es am Donnerstag ein hervorragendes Dozenten-Konzert. Am Freitag hatten Studenten und Jugendliche, die in Bälde Examen oder Aufnahmeprüfung machen, die Möglichkeit, ihr Prüfungsprogramm im Prälaten-Saal vorzutragen. Dies ist bei uns schon Tradition und erweist sich als sehr positiv. Sowohl Teilnehmer als auch Dozenten hören höchst interessiert zu und geben ein sicherlich sehr aufschlussreiches und vielseitiges „feedback“. Im Anschluss kann mit den Fachdozenten der Vortrag besprochen werden.
Das Abschlusskonzert der Teilnehmer am Samstag zeichnete sich durch ein sehr hohes Niveau aus. Trotz aller Bemühungen, es kurz zu halten, dauerte es fast drei Stunden. Im Anschluss waren wir zusammen mir den zum Konzert erschienenen Familienangehörigen der Teilnehmer von Familie Binkert zu einem gemeinsamen Abschluss-Essen eingeladen.
An dieser Stelle möchte ich mich sehr herzlich bei Familie Binkert für ihre Gastfreundschaft bedanken. Ihre unaufdringliche stetige Präsenz, ihre Fähigkeit, immer da zu sein, wo sie gebraucht wurden und doch so im Hintergrund zu stehen, so dass wir uns vollkommen frei bewegen konnten, hat zum Gelingen dieses Kurses wesentlich beigetragen. Die Räumlichkeiten waren optimal, das Essen ganz hervorragend und am Samstag spielte sogar das Wetter mit und wir konnten die ganze Pracht der Klosteranlage auch noch unter Sonnenschein genießen.
Jakob Schmidt
Kursleitung
im Juni 2008
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